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So schmeckt Brasilien – Uberti Schmitt und Team grillen Churrasco auf Events

 

Der Duft von gegrilltem Fleisch steigt in die Nase. Über glühendem Buchenholz röstet Uberti Schmitt sein beliebtes Churrasco (sprich: Schurrasco). Das Know-how hat der 45-Jährige aus Brasilien mitgebracht. Heute lebt er mit Ehefrau und vier Kindern in Seibotenberg bei Gerabronn.
Was Churrasco ist, erklärt er gerne. Der brasilianische Spießbraten entstand bei den Gauchos. Wenn die südamerikanischen Viehhüter ihre Rinderherden über die weitläufigen Weiden trieben, waren sie tagelang unterwegs. Als Nahrungsmittel diente gesalzenes Fleisch, das sie über dem Feuer brieten. Daraus entwickelte sich Churrasco.
Uberti Schmitt und sein Team grillen die traditionelle Spezialität auf Veranstaltungen aller Art, ob Hochzeit, Betriebsfeier oder Sommerfest.

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Zum Fleisch gibt es Gemüsepäckchen und auf Wunsch als Nachtisch gegrillte Ananas mit Vanilleeis. Fotos: Privat

Freunde und Bekannte rufen Uberti Schmitt „Nicla“. So hieß sein Urgroßvater, dem er ähnlich gesehen haben soll. Jener Nicla wanderte Ende des 19. Jahrhunderts von Deutschland nach Brasilien aus. Im südlichsten Bundesstaat Rio Grande do Sul wuchs Uberti Schmitt auf. Zuhause sprachen sie Deutsch. Die portugiesische Landessprache lernte er erst in der Schule.
Die Neugier darauf, wie es woanders ist, führte ihn zurück ins Land seiner Ahnen. Im Rahmen eines Projekts für brasilianische Jugendliche absolvierte er in der Nähe von Kupferzell eine landwirtschaftliche Ausbildung. „Dann bin ich hängen geblieben“, lacht er und deutet auf seine Frau Kerstin (40). Da Uberti Schmitt keinen eigenen Hof zum Bewirtschaften hatte, wechselte er in die Baubranche. 2012 machte sich der Seibotenberger selbstständig. Er gründete die Firma SchUbe Bau, zu der auch der Grillservice São Luiz gehört, benannt nach dem Dorf in dem er geboren ist.
Die Bautätigkeit führt ihn quer durch Deutschland, Churrasco grillt er im Moment hauptsächlich im Süden der Bundesrepublik: von Heidelberg bis hinunter an den Chiemsee. Durch Mundpropaganda steigt die Nachfrage nach der brasilianischen Spezialität stetig. Im Juni stand an 20 Tagen insgesamt 35 mal Grillen auf dem Plan. Das funktioniert mit Hilfe von über zehn Mitarbeitern, die in mehreren Teams unterwegs sind.
Uberti Schmitt steigt nach der Arbeit für seine Baufirma vom Lkw, duscht und fährt direkt zum Grillen. Gelegentlich denkt der Familienvater dann: „Mein Gott, schon wieder.“ Aber wenn er auf dem Platz steht und die Leute strahlen sieht, ist er voll in seinem Element. „Für mich ist das Entspannung“, sagt er.
Manche Gäste buchen vor lauter Begeisterung den Grillservice São Luiz gleich für ein eigenes Fest. Churrasco ist zum Selbstläufer geworden. „Wir hatten nie die Absicht, dass es so viel wird“, sagt Kerstin Schmitt. „Aber wir haben das Beste daraus gemacht.“ Und ihr Mann ergänzt: Man wächst mit seinen Aufgaben.“
Anfangs grillten sie nur bei Freunden, vielleicht zweimal im Jahr. Dann kamen deren Bekannte hinzu, bis sie die Gastgeber gar nicht mehr persönlich kannten. Die Schmitts erweiterten ihr Angebot nach und nach. An Fleisch bieten sie Rind, Schweinebauch und -hals, Putenbrust und -oberkeule an. Wer es mag, kriegt auch Lamm. Alle Sorten stammen aus der Region. Beim Metzger legen sie das Fleisch in Marinade ein. Vegetarier können sich an Gemüsepäckchen sattessen, für Veganer lassen sie Käse und Kräuterbutter weg. Auf Wunsch gibt es ein Salatbüfett, Brot und gegrillte Ananas mit Vanilleeis zum Nachtisch. Kerstin Schmitt spült anschließend zu Hause das anfallende Geschirr.
Ihre Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache. Der 16-jährige Lucas schafft eine Veranstaltung mit 50 Personen allein. Seine zwei Jahre ältere Schwester Fernanda verköstigt inzwischen schon 200 Gäste selbstständig. Natürlich unterstützt von einem Team. Und auch die Kleinsten machen mit: Mara (8) und Nico (6) zuckern die Ananas, füllen die Gemüsepäckchen. „Sie wachsen da rein“, sagt ihr Vater stolz. „Unsere Kinder haben Spaß daran“, erzählt Kerstin Schmitt. „Als Fernanda den vollen Juni-Plan gesehen hat, hat sie gejubelt.“
Die Gäste sind beim Zubereitungsprozess live dabei. Zwei Stunden vor dem Essen zündet das Grillteam das Holz an. Nach etwa einer Stunde legen die Experten das aufgespießte Fleisch über die Glut. Dann heißt es: drehen, drehen, drehen. Von Hand, versteht sich. Damit das Fleisch nicht trocken wird, müssen sie das Spiel mit der Hitze beherrschen. Dafür ist Erfahrung und Gefühl nötig. „Wenn’s zischt, verlierst du“, sagt Kerstin Schmitt. Das Rindfleisch soll auf dem Teller medium sein, da kommt es auf jede Minute an. „Wir wollen immer die beste Qualität herausgeben“, betont sie.

Am Tisch serviert
Salat holt sich jeder selbst, das Fleisch serviert das Team direkt am Tisch. „Es hat einmalig gut geschmeckt“, steht in einer Facebook-Bewertung. „So einen Grillabend vergisst man nicht so schnell“, lobt eine andere Nutzerin.
„In Brasilien steht sonntags nicht die Frau hinterm Herd, sondern der Mann am Grill“, erklärt Uberti Schmitt. „Dort überlegt niemand, was zur Taufe oder zur Hochzeit serviert wird. Da gibt’s Churrasco mit Kartoffelsalat, Krautsalat und Tomatensalat“, weiß seine Frau.
Uberti Schmitt hofft darauf, im heimischen Gartenhäuschen bald den eigenen Grill einweihen zu können. 2007 mauerte er ihn mit Schamotte aus. Bis jetzt ist er immer noch nicht ganz fertig. „Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr“, meint er. Seine Frau schüttelt schmunzelnd den Kopf. Sie hat den vollen Terminkalender im Blick.
sab

 

 

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